Homeoffice nur wegen Corona?

Homeoffice nur wegen Corona?

09.08.2021  -  Silke Egener  - Lesedauer: ca. 02:00 Minuten

Warum schickt jemand nach 5 Jahren gemeinsamer Arbeit im Büro alle Mitarbeiter nach Hause? Dies war, ehrlich gesagt, zunächst keine bewusste Entscheidung. Wir arbeiten in einem Business, welches flexible Arbeitszeiten fordert. Mit unserem System TAXIKOMM24 unterstützen wir Taxifahrer in der Auftragsvermittlung, und das 24/7. Je mehr Kunden es wurden, desto unterschiedlicher wurden die Arbeitszeiten. Damit das private Leben darunter nicht leidet, wurde einfach immer öfter von zu Hause aus gearbeitet. So wurde 2012 die Entscheidung getroffen, generell im Homeoffice zu arbeiten.

Mehr Me Time auch für die Umwelt

Ein ganz klarer Vorteil ist, dass man sich plötzlich aus dem ganzen Pool der Bewerber bedienen kann. Ortsgebundenheit ist kein K.o.-Kriterium mehr. Den Weg zur Arbeit spart jeder ein und die gewonnene Zeit wird zur neuen Me Time für jeden selbst und für die Umwelt, denn das Auto bleibt stehen. Aber eins ist klar: Homeoffice startet immer mit einer Portion Vertrauen. „Wir kontrollieren die Arbeitszeiten nicht. Entscheidend ist, dass die Arbeit verantwortungsbewusst gemacht wird. Unsere Mitarbeiter haben die Freiheit, mal eben etwas zu erledigen, ein Kind von der Schule abzuholen. Unsere Erfahrung ist, dass dies von unseren Angestellten durch zusätzlichen Einsatz, auch wenn es mal brennt, honoriert wird“, so unser Geschäftsführer Guido Kuth. Es ist ein Geben und Nehmen, welches Homeoffice auf lange Zeit zu einem Erfolg für Arbeitnehmer und Arbeitgeber werden lässt. Man macht auch negative Erfahrungen. „Es gab auch schon einmal die Situation, dass jemand mit dieser Freiheit nicht umgehen konnte. Aber auch das kristallisiert sich nach kurzer Zeit heraus und es gibt dann die Möglichkeit zu reagieren. Aber in all den Jahren ist uns das nur einmal passiert.“

Die Gegebenheiten müssen passen

An diesem Punkt darf man sich nichts vormachen. Die Backstube kann man nicht mal eben schnell zu Hause einrichten, die Personenbeförderung passt hier auch nicht. Das Tätigkeitenfeld muss passen. Digitalisierung ist in aller Munde. Hier muss das Konzept stimmen. Wir arbeitet mit einer dezentralen Telefonanlage und diversen cloudbasierten Systemen zum digitalen Dokumentenmanagement. So hat jeder Zugriff auf öffentliche Dateien, verstaubte Aktenberge gibt es hier nicht. An solchen Prozessen scheitert leider oft eine kurzfristige Einführung des Homeoffice für alle Mitarbeiter. „Digitalisierung ist eben nicht nur schneller Internetzugang und WLAN, sondern vielmehr vor allem die Anpassung der Arbeitsprozesse an die neue digitale Arbeitsweise", berichtet unser Geschäftsführer Wolfgang Lenzen.

Alleine und doch nicht alleine

Ein Plausch an der Kaffeemaschine – der endet im Homeoffice nicht selten im Selbstgespräch. Wichtig ist, das Gefühl zu vermitteln, dass man eben nicht alleine ist. Wir nutzen hier zum Austausch „Teams“ von Microsoft. Der Chat ist während der ganzen Arbeitszeit geöffnet. Jeder Mitarbeiter hat dafür extra einen weiteren Bildschirm. Jeder kann Rückfragen sofort stellen, ohne den anderen ungewollt aus seinem Thema zu reißen. Es darf aber auch gerne mal ein privater Spruch oder Witz über den Chat kommen. Komplizierte Sachverhalte sind mit einem Video-Call schnell geregelt. Das macht die Arbeitszeit definitiv effektiver und ungewollte unfreundliche Zurückweisungen gibt es nicht.

Hier nochmals die wichtigsten Punkte für ein erfolgreiches Homeoffice:

  • mit Vertrauen an die Sache gehen
  • Arbeitszeiten von Anfang an flexibel gestalten
  • das Wir-Gefühl durch gemeinsame Feste hochhalten
  • ein gutes System für den täglichen Austausch
  • regelmäßige Mitarbeitergespräche
  • dezentrale Telefonanlage
  • DMS (Dokumentenmanagementsystem)

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