Taxis als Ergänzung des ÖPNV im ländlichen Raum: Mobilitätslösungen jenseits der Großstädte
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"Mist, hab den Bus verpasst." In einer größeren Stadt ist dies oft nicht so sehr ärgerlich, denn meist kommt schon ein paar Minuten später der Nächste. Auf dem Land sieht das ganz anders aus, denn mit viel Pech war es auch noch die letzte Fahrt für diesen Tag.
Im Bus drin sitzen gerade mal zwei Fahrgäste. Da sich dies einfach nicht rechnet, muss man darum bangen, dass auch diese Linie zu der Zeit noch eingestellt wird. Die meisten verfügen daher schnell über ein eigenes Auto, aber was ist mit den Menschen, denen diese Möglichkeit aus unterschiedlichsten Gründen nicht gegeben wird. Oder für die Personen, die auch aus Sicht der Umwelt auf ein eigenes Fahrzeug verzichten möchten?
An dieser Stelle sind Taxis einfach unverzichtbar. Aber auch hier gibt es das Problem, dass das Angebot oft eingeschränkt ist, weil auch hier die Auslastung nicht sehr groß ist. Zudem kann man sich auch nicht dauernd ein Taxi leisten, wenn man die Kosten ganz alleine tragen muss.
Die Lösung hier ist dann eine effiziente Koordination zwischen Taxis und dem herkömmlichen Linienverkehr. Damit das funktionieren kann, müssen Taxiunternehmen und lokale Verkehrsunternehmen gemeinsam eine Lösung finden, um einen nahtlosen Übergang zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln zu gewährleisten. Durch die Integration von Taxis in Fahrpläne, die Schaffung von gemeinsamen Haltestellen oder die Nutzung von Technologien zur Verbesserung der Buchungs- und Abholprozesse ist jedem geholfen.
Leere Busse werden vermieden, Fahrtzeiten und Fahrtstrecken werden flexibler. Dies alles trägt dazu bei, allen Menschen im ländlichen Raum Lebensqualität zu sichern und zudem auch deutlich wirtschaftlicher und umweltfreundlicher zu arbeiten. Welche Möglichkeiten gibt es für diese Zusammenarbeit?
On-Demand-Verkehre
Allgemein sind mit On-Demand-Verkehren Fahr-Services gemeint, die nur nach Bedarf fahren. Eine Möglichkeit für einen On-Demand Verkehr ist aber auch Ridepooling im ÖPNV. Mehrere Menschen teilen sich ein Fahrzeug, welches unabhängig von einem Fahrplan gerufen werden kann. Für eine solche Lösung benötigt man natürlich ein übergreifendes Bestell- und Planungssystem. Beim Anruf-Sammel-Taxi (AST) meldet man sich mit einer kurzen Vorlaufzeit für eine Strecke an. Die Haltestellen sind zwar vordefiniert, aber der Weg zu diesen ist flexibel. So kann man also auch zum Beispiel von der Haustüre abgeholt werden. Man kann beim Fahrer eine Fahrkarte kaufen, der Preis hierfür setzt sich meist aus dem örtlichen Bustarif zzgl. eines Komfortzuschlages zusammen. Weitere Personen steigen dann auf dem Weg zum Ziel hinzu. Der letzte Fahrgast quittiert den Taxameterwert, welcher dann von der Gemeinde gezahlt wird. Der einzelne Fahrgast zahlt aber nur sein Fahrtticket. Es handelt sich also um eine Mischung aus Bus und Taxi. Bei einem Anruf-Linien-Taxi (ALT) gibt es stattdessen einen festen Fahrplan. Fahrten müssen aber auch hier angemeldet werden, damit Leerfahrten nicht vorkommen.
Dies war ein ganz kurzer Überblick über bereits existierende Lösungen. Auch wir arbeiten bereits in Kooperation für On-Demand-Systeme. So kann man hoffentlich bald die gute Luft auf dem Land genießen und dennoch bequem und flexibel unterwegs sein.