Taxiunternehmen sind alle reich… oder?
Mercedes selbst spricht auf seiner Website von „unvergleichlicher Aura, in sich ruhender Eleganz und stilsicherer Souveränität“. Große Worte ... Aber vor allem ein enorm großer Kostenfaktor für ein Taxiunternehmen. Und dennoch muss es für viele einfach diese Automarke sein. Neben der Hoffnung auf langlebige Qualität ist es aber vor allem wichtig, sich von der harten Konkurrenz absetzen zu können.
Ist ja klar, bei den Preisen für eine Taxifahrt kann sich jeder einen Mercedes leisten. Oder vielleicht doch nicht?
Das denken sicher viele Branchenfremde in Zeiten großer App-Anbieter, denn diese zeigen, wie billig eine Beförderung von A nach B sein kann. Nur ist es bei diesen Fahrdiensten so, dass dort die Beförderung eben nicht mit einem „vernünftigen“ Fahrzeug erfolgt. Richtig, es muss nicht mehr der Mercedes unter den Autos sein, aber dort sind oft weder der Fahrer noch das Fahrzeug entsprechend versichert. Denn die Versicherung trägt − neben Kosten für die Konzession, die jährlich vorgeschriebene HU und die Vermittlung der Fahrten − einen erheblichen Teil zu den monatlichen Kosten eines Taxiunternehmens bei. Dies sparen sich diese App-Anbieter, und zwar auf Kosten der Sicherheit der Fahrgäste.
Beim Taxiunternehmer muss also nach Abzug der oben beschriebenen monatlichen fixen Kosten und der mit dem Betrieb verbundenen kilometer- und zeitabhängigen Kosten auch noch etwas für die Finanzierung des Fahrzeugs übrig bleiben. Da kann man sich recht leicht selbst ausrechnen, dass, je länger ein Fahrzeug steht und auf Kundschaft wartet, dieser übrig bleibende Betrag immer geringer wird. Dies wird unter anderem auch durch diese nicht im gesetzlichen Rahmen betriebenen Fahrdienste verursacht und verschärft.
Eine etablierte Branche, die nicht wenige sozialversicherungspflichtige Beschäftigte hat, wird also leider zugunsten privater Chauffeure geopfert. Und wenn dann am Ende des Jahres bei diesen privaten Chauffeuren das Finanzamt anklopft, ist es leider nicht selten der Fall, dass dann das Erstaunen groß und die Geldbörse leer ist. Damit landet der private Chauffeur in den sozialen Sicherungssystemen, die auch diejenigen mit bezahlen, die ein Loblied auf die Shareconomy gesungen haben.
Dummerweise sind dann aber keine Taxis mehr da, wenn man nach einer schönen Party oder einer guten Flasche Wein beim Essen sicher nach Hause möchte. Da sollten vielleicht alle mal drüber nachdenken ...
Als Fahrgast sollte also eher die Freude über ein sauberes, verkehrstüchtiges, ordentlich versichertes und hochwertiges Fahrzeug wie einen Mercedes im Vordergrund stehen als der Neid gegenüber dem vermeintlich reichen Taxiunternehmer.